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PRAESENZ (PRESENCE): Vom "Ausjäten" und "Höherzüchten" zum Wohle des "Volksgedeihens". Die Biologisierung der Geschlechterpolitik in den Eugenikdiskursen vom späten Kaiserreich bis zur Weimarer Republik - Einzelansicht

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Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar/Übung Langtext
Veranstaltungsnummer 199443 Kurztext
Semester SS 2022 SWS 2
Teilnehmer 1. Platzvergabe 20 Max. Teilnehmer 2. Platzvergabe 20
Rhythmus keine Übernahme Studienjahr
Credits für IB und SPZ
E-Learning
Hyperlink
Sprache Deutsch
Belegungsfrist Zur Zeit keine Belegung möglich
Abmeldefristen A1 - Belegung ohne Abmeldung    21.02.2022 09:00:00 - 05.04.2022 08:29:59   
Nach Zulassung ist eine Abmeldung nur durch die Dozierenden möglich.
A2 - Belegung mit Abmeldung 2 Wochen    05.04.2022 08:30:00 - 25.04.2022 23:59:59   
Nach Zulassung ist eine Abmeldung auch durch die Teilnehmenden möglich.
A3 - Belegung ohne Abmeldung    26.04.2022 00:00:01 - 22.08.2022 07:59:59   
Nach Zulassung ist eine Abmeldung nur durch die Dozierenden möglich.
Termine Gruppe: 0-Gruppe iCalendar Export für Outlook
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Lehrperson (Zuständigkeit) Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer 2. Platzvergabe
Einzeltermine anzeigen Fr. 10:00 bis 14:00 Einzel-V. 22.04.2022 bis
22.04.2022
August-Bebel-Straße 4 - SR 120 Neumann, Andreas Dr. phil. ( verantwortlich ) findet statt  
Einzeltermine anzeigen Fr. 10:00 bis 14:00 Einzel-V. 29.04.2022 bis
29.04.2022
August-Bebel-Straße 4 - SR 120 Neumann, Andreas Dr. phil. ( verantwortlich ) findet statt  
Einzeltermine anzeigen Fr. 10:00 bis 14:00 Einzel-V. 03.06.2022 bis
03.06.2022
August-Bebel-Straße 4 - SR 120 Neumann, Andreas Dr. phil. ( verantwortlich ) findet statt  
Einzeltermine anzeigen Fr. 10:00 bis 14:00 Einzel-V. 10.06.2022 bis
10.06.2022
August-Bebel-Straße 4 - SR 120 Neumann, Andreas Dr. phil. ( verantwortlich ) findet statt  
Einzeltermine anzeigen Fr. 10:00 bis 14:00 Einzel-V. 24.06.2022 bis
24.06.2022
August-Bebel-Straße 4 - SR 120 Neumann, Andreas Dr. phil. ( verantwortlich ) findet statt  
Einzeltermine anzeigen Fr. 10:00 bis 14:00 Einzel-V. 01.07.2022 bis
01.07.2022
August-Bebel-Straße 4 - SR 120 Neumann, Andreas Dr. phil. ( verantwortlich ) findet statt  
Einzeltermine anzeigen Fr. 10:00 bis 14:00 Einzel-V. 08.07.2022 bis
08.07.2022
August-Bebel-Straße 4 - SR 120 Neumann, Andreas Dr. phil. ( verantwortlich ) findet statt  
Gruppe 0-Gruppe:



Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Neumann, Andreas , Dr. phil. verantwortlich
Zuordnung zu Einrichtungen
Historisches Institut
Inhalt
Kommentar

Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts prägte der britische Gelehrte Francis Galton den Begriff der Eugenik, um damit eine „Wissenschaft vom guten Erbe“ zu bezeichnen. Diese Lehre der „Höherzüchtung“ zielte darauf ab, die menschliche Fortpflanzung zu rationalisieren. Um die Notwendigkeit eines solchen Projekts zu unterstreichen, traten neben die Hoffnung einer gezielten Höherentwicklung allerlei Untergangs- und Katastrophenwarnungen vor einer kulturell bedingten „Degeneration“ der Gesellschaft. Diese Kulturkritik zielte nicht zuletzt auf die sich wandelnden Geschlechterverhältnisse: Frauen waren zunehmend erwerbstätig und das nicht nur in der Fabrikarbeit, sondern auch in akademischen Berufen. Eugenik, die im deutschsprachigen Raum meist als „Rassenhygiene“ bezeichnet wurde, bot nun eine neue Möglichkeit der geschlechterpolitischen Intervention: Biologische Erklärungsmuster wurden in den politischen Raum übertragen, um die Frauenemanzipation zu begrenzen. In dieser Logik glich die Gesellschaft einem Garten, in dem Menschen wie Unkraut „ausgejätet“ oder wie  Nutzpflanzen „höhergezüchtet“ werden sollten. Die Menschen waren in erster Linie „Gattungswesen“ und sollte es sich zur Pflicht machen, gesund zu sein. Die Dichotomie aus Gesundheit und Krankheit ermöglichte es, das Verhalten von Frauen und Männern zu bewerten: So sollten Frauen ihre Gesundheit nicht durch Erwerbsarbeit und übermäßige Bildung gefährden; Männer sollten beispielsweise auf den Konsum von „Keimgiften“ wie Alkohol verzichten. Naturwissenschaft und Lebensanleitung verbanden sich zu einer säkularisierten Ersatzreligion, deren innerweltliches Erlösungsversprechen auf die „Unsterblichkeit des Keimplasmas“ zielte. Die Utopie einer durch gesteuerte Evolution herbeigezüchteten neuen Welt und eines neuen Menschen wurden in allen politischen Milieus populär. Je nach politischer Ausgangsprämisse gestaltete sich die Kulturkritik und die daraus zu ziehenden Konsequenzen jedoch anders. Wir werden uns im Seminar mit den verschiedenen Strömungen, von völkisch-germanophiler Rassenhygiene bis hin zur sozialistischen Eugenik, beschäftigen und uns die Frage nach deren Geschlechterpolitik stellen. In intersektionaler Perspektive werden wir dabei auch Überschneidungen zwischen Antisemitismus, Rassismus und Antifeminismus in den Blick nehmen.

Veranstaltungstermine (jeweils als Doppelsitzungen):

Block I: 22.04., 29.04.

Block II: 03.06., 10.06.

Block III: 24.06., 01.07., 08.07.

 

 

 

Strukturbaum
Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester SS 2022 , Aktuelles Semester: WiSe 2022/23

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