Zur Seitennavigation oder mit Tastenkombination für den accesskey-Taste und Taste 1 
Zum Seiteninhalt oder mit Tastenkombination für den accesskey und Taste 2 

PRAESENZ (PRESENCE): Die Erforschung sozialökologischer Vorstellungswelten und Lebensweisen: Deutschland an der Schwelle zur postfossilen Bioökonomie? [neu] - Einzelansicht

  • Funktionen:
Grunddaten
Veranstaltungsart Lehrforschungsprojekt Langtext
Veranstaltungsnummer 186117 Kurztext
Semester SS 2021 SWS 4
Teilnehmer 1. Platzvergabe 15 Max. Teilnehmer 2. Platzvergabe 20
Rhythmus Jedes Semester Studienjahr
Credits für IB und SPZ
E-Learning
Hyperlink
Sprache Deutsch
Belegungsfrist Standardbelegung Wintersemester ab Mitte August/ Sommersemester ab Mitte Februar
Abmeldefristen A1 - Belegung ohne Abmeldung    22.02.2021 09:00:00 - 06.04.2021 07:59:59   
Nach Zulassung ist eine Abmeldung nur durch den Dozenten möglich.
A2 - Belegung mit Abmeldung 2 Wochen    06.04.2021 08:00:00 - 26.04.2021 23:59:59   
Nach Zulassung ist eine Abmeldung auch durch den Teilnehmer möglich.
A3 - Belegung ohne Abmeldung    27.04.2021 00:00:01 - 16.08.2021 07:59:59    aktuell
Nach Zulassung ist eine Abmeldung nur durch den Dozenten möglich.
Termine Gruppe: 0-Gruppe iCalendar Export für Outlook
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Lehrperson (Zuständigkeit) Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer 2. Platzvergabe
Einzeltermine anzeigen Fr. 10:00 bis 14:00 w. 16.04.2021 bis
16.07.2021
Carl-Zeiß-Straße 3 - HS 8   findet statt  
Gruppe 0-Gruppe:



Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Fritz, Martin , Dr. phil. verantwortlich
Module / Prüfungen
Modul Prüfungsnummer Titel VE.Nr. Veranstaltungseinheit
BASOZ 1.6 Lehrforschung
P-Nr. : 11071 Lehrforschung Hausarbeit
11072 Lehrforschung Seminar
BASOZ 51 Lehrforschung
P-Nr. : 102151 Lehrforschung: Hausarbeit oder schriftliche Ersatzleistung
102153 Lehrforschung: Seminar
Zuordnung zu Einrichtungen
Institut für Soziologie
Inhalt
Kommentar

Die Erforschung sozialökologischer Vorstellungswelten und Lebensweisen: Deutschland an der Schwelle zur postfossilen Bioökonomie?

In dieser auf die Dauer von zwei Semestern ausgelegten Lehrforschung beschäftigen wir uns mit der Frage, welche Vor- und Einstellungen sowie damit verbundenen Praktiken in der deutschen Bevölkerung zu sozialökologischen Themen wie Umweltschutz, Klimawandel, Mensch-Natur Beziehungen und Möglichkeiten eines nachhaltigen Wirtschaftens und Lebens existieren. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Bioökonomie: Um den durch die Verbrennung fossiler Energieträger verursachten Klimawandel zu stoppen und den steigenden Ressourcenverbrauch einzudämmen, sollen vermehrt nachwachsende, biologische Rohstoffe eingesetzt und nach dem Prinzip einer Kreislaufwirtschaft möglichst zu großen Anteilen einer Aufbereitung und Wiederverwendung zugeführt werden.

Die deutsche Bundesregierung definiert Bioökonomie als "…die Erzeugung, Erschließung und Nutzung biologischer Ressourcen, Prozesse und Systeme, um Produkte, Verfahren und Dienstleistungen in allen wirtschaftlichen Sektoren im Rahmen eines zukunftsfähigen Wirtschaftssystems bereitzustellen." Damit werden Themen berührt, über die in der Bevölkerung unterschiedliche, teils gegensätzliche Ansichten bestehen: der Einsatz gentechnische Verfahren in der Landwirtschaft, die Verwendung von Holz und Papier statt Plastik, der Anbau von Energiepflanzen zur Erzeugung bio-basierter Energie, die Nutzung von Mikroorganismen, Pflanzen und Tieren in der Pharmaindustrie.

Wir wollen in der Lehrforschung gemeinsam herausfinden, wie sich verschiedene Bevölkerungsgruppen in Deutschland zu diesen speziellen Themen positionieren und ob sich dabei Muster erkennen lassen, die mit ihren allgemeineren sozialökologischen Vorstellungen und Lebensweisen übereinstimmen. Als theoretische Basis erarbeiten wir uns dazu die Habitustheorie von Bourdieu, in der die Zusammenhänge zwischen sozialer Position, Vorstellungen und Lebensweisen über das Konzept des Habitus erklärt werden. Für Bevölkerungsgruppen lassen sich typische Habitus als Konstellationen aus bestimmten Vorstellungen, Haltungen und Verhaltensdispositionen ausmachen, die in sozialen Erfahrungen verinnerlicht werden und in typischen Lebensweisen zum Ausdruck kommen.

Wir erfassen diese Habitus mittels einer quantitativen Erhebung im Rahmen einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage, die in diesem Jahr von der Nachwuchsforschungsgruppe "Mentalitäten im Fluss: Vorstellungswelten in modernen bio-kreislaufbasierten Gesellschaften (flumen)“ am Institut für Soziologie durchgeführt wird. Die Studierenden haben die Möglichkeit, in Kleingruppen eigene Messinstrumente bzw. Fragen zu spezifischen sozialökologischen und bioökonomischen Themen zu entwickeln und in eine Online-Umfrage zu integrieren. Wir werden die verschiedenen Schritte eines quantitativen Forschungsprojektes durchlaufen von der Konzeptspezifikation und Literaturrecherche, über die Operationalisierung, Pre-Tests und die eigentliche Umfrage bis hin zur Datenaufbereitung und Analyse. Die Ergebnisse jedes Schritts werden dabei in einem Forschungsbericht festgehalten, der bis zum Ende des Wintersemesters 2021/22 von den Studierenden fertiggestellt wird und als Leistungsnachweis anstelle einer Hausarbeit gilt.

Weitere Einzelheiten zum Ablauf, Inhalt und organisatorischen Themen besprechen wir in der ersten Sitzung. Zur Vorbereitung auf die Lehrforschung können die unten angegeben Texte und Webseiten in Augenschein genommen werden.

Webseite der Nachwuchsforschungsgruppen flumen: http://www.flumen.uni-jena.de/profil/

Präsentation der Lehrforschung auf den Seiten des Instituts für Soziologie: https://www.soziologie.uni-jena.de/aktuelles/informationen+zu+den+neuen+lehrforschungen

Webseiten zur Bioökonomie:

https://biooekonomie.de/

https://www.bmbf.de/de/nationale-biooekonomiestrategie-fuer-eine-nachhaltige-kreislauforientierte-und-starke-10654.html

https://news.bio-based.eu/

Literatur:

Eversberg, D. (2020): Bioökonomie als Einsatz polarisierter sozialer Konflikte? Zur Verteilung sozial-ökologischer Mentalitäten in der deutschen Bevölkerung 2018 und möglichen Unterstützungs- und Widerstandspotentialen gegenüber bio-basierten Transformationen. Working Paper Nr.1. BMBF-Nachwuchsforschungsgruppe "Mentalitäten im Fluss (flumen)". Institut für Soziologie. Friedrich-Schiller-Universität Jena. http://www.flumen.uni-jena.de/publikationen/

Bourdieu, P. 1982: Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft. Frankfurt/M.: Suhrkamp. Besonders: S. 81-85, 100-107, 195-209, 211-219 und 277-298.

Hausknost, Daniel / Schriefl, Ernst / Lauk, Christian / Kalt, Gerald (2017): A Transition to Which Bioeconomy? An Exploration of Diverging Techno-Political Choices. In: Sustainability 9/4, 669. https://www.mdpi.com/2071-1050/9/4/669

 

Strukturbaum
Die Veranstaltung wurde 2 mal im Vorlesungsverzeichnis SoSe 2021 gefunden:
BASOZ 51 Lehrforschung  - - - 2

Impressum | Datenschutzerklärung