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Clash of Civilizations? Die Rolle von Nation und Kultur in internationalen Krisen  - Einzelansicht

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Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar Langtext
Veranstaltungsnummer 206120 Kurztext
Semester WS 2022 SWS 2
Teilnehmer 1. Platzvergabe 20 Max. Teilnehmer 2. Platzvergabe 20
Rhythmus keine Übernahme Studienjahr
Credits für IB und SPZ
E-Learning
Hyperlink
Sprache Deutsch
Belegungsfrist Standardbelegung Wintersemester ab Mitte August/ Sommersemester ab Mitte Februar
Abmeldefristen A1-Belegung ohne Abmeldung    15.08.2022 09:00:00 - 10.10.2022 08:29:59   
A2-Belegung mit Abmeldung 2 Wochen    10.10.2022 08:30:00 - 31.10.2022 23:59:59   
A3-Belegung ohne Abmeldung    01.11.2022 00:00:01 - 20.02.2023 08:29:59    aktuell
Termine Gruppe: 1-Gruppe iCalendar Export für Outlook
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Lehrperson (Zuständigkeit) Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer 2. Platzvergabe
Einzeltermine anzeigen Mi. 14:00 bis 16:00 w. 19.10.2022 bis
08.02.2023
Carl-Zeiß-Straße 3 - SR 318   findet statt  
Gruppe 1-Gruppe:



Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Rehrmann, Carolina , Dr. phil. verantwortlich
Module / Prüfungen
Modul Prüfungsnummer Titel VE.Nr. Veranstaltungseinheit
POL 341 Vertiefungsmodul Außenpolitik und Internationale Beziehungen (II)
P-Nr. : 28185 VM Außenpolitik und Internationale Beziehungen (II): b) Seminarleistung I
28184 VM Außenpolitik und Internationale Beziehungen (II): b) Seminar,Seminar,Selbststudium
POL 340LA Vertiefungsmodul Internationale Beziehungen (I)
P-Nr. : 44331 Vertiefungsmodul Internationale Beziehungen (I): Seminarleistung
44333 Vertiefungsmodul Internationale Beziehungen (I): Seminar
POL 340LR Vertiefungsmodul Außenpolitik und Internationale Beziehungen (LR)
P-Nr. : 44201 Vertiefungsmodul Außenpolitik und Internationale Beziehungen (LR): Klausur oder Hausarbeit
44202 Vertiefungsmodul Außenpolitik und Internationale Beziehungen (LR): Vorlesung/Seminar
POL 340 Vertiefungsmodul Internationale Beziehungen (I)
P-Nr. : 28175 VM Internationale Beziehungen (I): b) Seminarleistung I
28174 VM Internationale Beziehungen (I): b) Seminar,Seminar,Selbststudium
Zuordnung zu Einrichtungen
Institut für Politikwissenschaft
Inhalt
Kommentar

Einer der versiertesten und populärsten Denker unserer Zeit - der israelische Professor Yuval Noah Harari - hat es jüngst auf den Punkt gebracht: Die größten Krisen, denen wir uns aktuell gegenüberstehen, sind nicht auf nationaler Ebene lösbar. Allen voran nennt er die Klimakrise, die Transformationen und Herausforderungen der biotechnischen Revolution und die Gefahren eines Nuklearkrieges, die seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine erneut und wirkmächtig ins öffentliche Bewusstsein gerückt sind. Darüber hinaus sind wir in Deutschland und Europa insbesondere im letzten Jahrzehnt zum Schauplatz zweier Krisen geworden, die nicht nur für heftige Kontroversen gesorgt, sondern auch Kooperationsbereitschaft und Solidarität der europäischen Mitgliedsstaaten auf eine harte Probe gestellt haben: seit 2008 die internationale Finanzkrise und spätestens seit 2015 die sogenannte Migrationskrise. 

Man muss in der Tat kein Finanz-, Klima-, Migrations- oder Gesundheitsexperte sein, um zu wissen, dass Viren, Geldströme, Verschuldung, CO2-Emmissionen oder fliehende Menschen nicht oder nur sehr schwer und dann auch nur vorübergehend vor staatlichen Grenzen halt machen, dass etwa nationales bzw. lokales Konsum- und Reiseverhalten oder die Entscheidung einzelner Regierungen zu Krieg und Aufrüstung dramatische globale Auswirkungen haben. Modebegriffe wie "global village" oder "glocal" bezeichnen das faktische und gefühlte Zusammenwachsen unserer Weltgemeinschaft. 

Für die einen ist dieses Zusammenwachsen mit positiven Erfahrungen von materieller und kultureller Vielfalt und schwindenden (materiellen wie ideellen) Grenzen verbunden. Für viele andere, darunter die immer lauter werdenden rechtspopulistischen Stimmen, für die Donald Trump oder Marine Le Pen repräsentativ sind, sind Mauern, rigide Grenzregime oder die proklamierte Bewahrung der kulturellen bzw. nationalen Einheit und Reinheit die einzige Antwort auf die empfundenen Gefahren dieses Zusammenwachsens. Slogans wie "America First", die südeuropäische Grenzpolitik oder die immer noch nachhallende Rede vom Clash der Zivilisationen sind dafür charakteristisch. Eine faire oder nachhaltig wirksame Antwort auf die gegenwärtigen Krisen bieten sie nicht.

Das skizzierte Dilemma ist Grund genug, um in diesem Seminar die Bedeutung von "Nation" und "Kultur" zu dechiffrieren. Beide Begriffe hängen, wie wir sehen werden, eng miteinander zusammen und verbinden sich mit anderen wie Kolonialismus, Rassismus, "dem Westen" oder "white supremacy". Sie dienen als Bindemasse für die Vorstellung von Zugehörigkeit und Gemeinschaft, sie konturieren Hierarchien und Andersartigkeit, schließen aus und werten ab. Sie entscheiden, plakativ gesprochen, mit über die Wahrnehmung des "Anderen" als Freund oder Feind, als Mitmensch oder Fremder und damit letztlich auch über die einzelstaatliche Außenpolitik oder das Solidarverhalten von Wählergemeinschaften. 

Im Seminar werden wir uns Texte der klassischen und neuesten Nationalismus- und Kulturtheoretiker von Benedict Anderson und Yuval Harari bis zu Alladin El Mafaalani anschauen und am Beispiel der oben aufgeführten Krisen erörtern wie Nationalismus, Kulturbegriffe, Rassismus und die Idee des "Westens" in das Verständnis und die Bewältigungsstrategien eben dieser Krisen hineinwirken. 

Leistungsnachweis

Abgabe 1. Versuch: 10.3.2023

Abgabe 2. Versuch: 21.4.2023

Strukturbaum
Die Veranstaltung wurde 1 mal im Vorlesungsverzeichnis WiSe 2022/23 gefunden:

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