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Weltbeziehungen in der Spätmoderne II [Fortsetzung] - Einzelansicht

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Grunddaten
Veranstaltungsart Lehrforschungsprojekt Langtext
Veranstaltungsnummer 145694 Kurztext
Semester WS 2019 SWS 4
Teilnehmer 1. Platzvergabe 15 Max. Teilnehmer 2. Platzvergabe 20
Rhythmus Jedes Semester Studienjahr
Credits für IB und SPZ
E-Learning-Plattform
Hyperlink
Sprache Deutsch
Belegungsfrist Standardbelegung Wintersemestersemester 2019/20 ab dem 19.08.2019
Abmeldefristen A1 - Belegung ohne Abmeldung    19.08.2019 09:00:00 - 07.10.2019 07:59:59   
Nach Zulassung ist eine Abmeldung nur durch den Dozenten möglich.
A2 - Belegung mit Abmeldung 2 Wochen    07.10.2019 08:00:00 - 28.10.2019 23:59:59   
Nach Zulassung ist eine Abmeldung auch durch den Teilnehmer möglich.
A3 - Belegung ohne Abmeldung    29.10.2019 00:00:01 - 17.02.2020 07:59:59    aktuell
Nach Zulassung ist eine Abmeldung nur durch den Dozenten möglich.
Termine Gruppe: 0-Gruppe iCalendar Export für Outlook
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Lehrperson (Zuständigkeit) Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer 2. Platzvergabe
Einzeltermine anzeigen Do. 10:00 bis 14:00 w. 17.10.2019 bis
06.02.2020
Kahlaische Straße 1 - HS Kahlaische Str.   findet statt  
Gruppe 0-Gruppe:



Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Oberthür, Jörg , Dr. phil. verantwortlich
Module / Prüfungen
Modul Prüfungsnummer Titel VE.Nr. Veranstaltungseinheit
BASOZ 1.6 Lehrforschung
P-Nr. : 11071 Lehrforschung Hausarbeit
11072 Lehrforschung Seminar
BASOZ 51 Lehrforschung
P-Nr. : 102151 Lehrforschung: Hausarbeit oder schriftliche Ersatzleistung
102153 Lehrforschung: Seminar
Zuordnung zu Einrichtungen
Institut für Soziologie
Inhalt
Kommentar

Weltverhältnisse bzw. „Weltbeziehungen” (Rosa 2016) sind für die soziologische Forschung in mindestens zweifacher Hinsicht interessant. Zum einen handelt es sich dabei um begriffliche Konzepte, die den Modus der Erfahrung sozialer Wirklichkeit durch Individuen und Gruppen auf eine sehr grundsätzliche Weise beschreiben und es hierbei erlauben, Subjektivität und Identität in dynamischer Wechselwirkung mit der erlebten Umwelt zu erfassen: Wer Menschen als Teilnehmende der sozialen Wirklichkeit sind und wie sich selbst als solche erfahren, ist nicht nur geprägt durch die sozialen Umstände, sondern diese Umstände sind ihrerseits durch die fortlaufende praktische Reproduktion von Weltbeziehungsformen mitbestimmt. Entsprechende Überlegungen können die theoretische Grundlage für ein breites Spektrum empirischer soziologischer Analysen bilden, das thematisch von Geschlechterverhältnissen (z.B. mit Blick auf die körperleibliche Aneignung von ‚Räumen‘ – Young 1993) über Klassenstrukturen (z.B. unter dem Blickwinkel des Habitus – Bourdieu 1987) bis zu politischen Kulturen und deren ‚Weltbildern‘ (z.B. Risikowahrnehmungen – Douglas & Wildavsky 1993) reicht.

Für eine an soziologischen Gegenwartsanalysen interessierte Forschung ist zum anderen besonders relevant, dass die Qualität dieser sozialen Weltbeziehungen als konjunktives Strukturmerkmal von Gruppen (z.B. ‚Generationen‘ - vgl. Bohnsack 2002) Einflüssen des gesellschaftlichen Wandels unterliegt, der daher mit Blick auf erstere zeitdiagnostisch beschrieben werden kann.

Ausgehend von Hartmut Rosas Resonanztheorie (2016) und in komplementärer Ergänzung durch weitere sozialtheoretische Konzepte und Theorieansätze soll in der Lehrforschung vor diesem Hintergrund für verschiedene Bereiche sozialer Praxis (z.B. Körperpraktiken wie etwa 'Quantified Self', politische Kultur - neue Protestphänomene sowie Umweltbewusstsein und Naturverhältnisse) die forschungsleitende Hypothese ‚krisenhaft‘ gewordener Weltbeziehungen in der Spätmoderne in mehreren Forschungsgruppen einer empirischen Überprüfung unterzogen werden. Es geht hierbei insbesondere darum zu fragen, wann ‚resonante‘ bzw. ‚antwortende‘ und in diesem Sinne gelingende Weltbeziehungen möglich werden (vgl. auch hierzu Rosa 2016) und unter welchen Umständen demgegenüber Entfremdung erfahren wird.

Auch wenn dabei mit der Kategorie der ‚Krise‘ eine kritische Ausgangshaltung eingenommen wird, soll im Zuge dessen gleichzeitig der Frage nachgegangen werden, welcher Potentiale der Bearbeitung krisenhafter Störungen in den Versuchen der Akteure, selbst wieder tragfähige Weltbeziehungen aufzubauen erkennbar werden und welche möglicherweise 'utopischen' Potentiale sich hieraus ergeben.

Der methodische Rahmen der Veranstaltung besteht deshalb in einem rekonstruktiven Vorgehen vornehmlich auf Basis von Textdaten, die aus Interviews, gegebenenfalls aber auch aus Gruppendiskussionen und Dokumentenanalysen gewonnen und vorzugsweise mit den Mitteln der dokumentarischen Methode interpretiert werden sollen - die dafür nötigen Methodenkenntnisse werden in der Veranstaltung vermittelt.

 

Literatur:

Young, Iris M. (1993): Werfen wie ein Mädchen. In: Deutsche Zeitschrift für Philosophie. Nr.4/1993. 707-725.

Bourdieu, Pierre (1987): Strukturen, Habitusformen, Praktiken. In: Ders.: Sozialer Sinn. Kritik der theoretischen Vernunft. 97-121. F.a.M.

Douglas,Mary; Wildavsky, Aaron (1993): Risiko und Kultur, in: Wolfgang Kron, Georg Krücken (Hg.): Riskante Technologien: Reflexion und Regulation, Frankfurt a.M. S. 113- 137.

Rosa, Hartmut (2016): Resonanz. Eine Soziologie der Weltbeziehung. Berlin. 52-70, 281-298.

Bohnsack Ralf, Schäffer, Burkhard (2002) Generation als konjunktiver Erfahrungsraum. In: Burkart G., Wolf J. (eds) Lebenszeiten. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden

          

Leistungsnachweis

Forschungsarbeit/HA

Strukturbaum
Die Veranstaltung wurde 2 mal im Vorlesungsverzeichnis WiSe 2019/20 gefunden:
BASOZ 51 Lehrforschung  - - - 2

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