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ONLINE: Anarchistische Tendenzen - Einzelansicht

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Grunddaten
Veranstaltungsart Hauptseminar Langtext
Veranstaltungsnummer 180181 Kurztext
Semester WS 2020 SWS 2
Teilnehmer 1. Platzvergabe 20 Max. Teilnehmer 2. Platzvergabe 25
Rhythmus keine Übernahme Studienjahr
Credits für IB und SPZ
E-Learning-Plattform Moodle  
Hyperlink
Sprache Deutsch
Belegungsfrist Zur Zeit keine Belegung möglich
Abmeldefristen A1 - Belegung ohne Abmeldung    31.08.2020 09:00:00 - 21.10.2020 07:59:59   
Nach Zulassung ist eine Abmeldung nur durch den Dozenten möglich.
A2 - Belegung mit Abmeldung 2 Wochen    21.10.2020 08:00:00 - 16.11.2020 23:59:59   
Nach Zulassung ist eine Abmeldung auch durch den Teilnehmer möglich.
A3 - Belegung ohne Abmeldung    17.11.2020 00:00:01 - 22.02.2021 07:59:59   
Nach Zulassung ist eine Abmeldung nur durch den Dozenten möglich.
Termine Gruppe: 0-Gruppe iCalendar Export für Outlook
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Lehrperson (Zuständigkeit) Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer 2. Platzvergabe
Einzeltermine anzeigen Do. 14:00 bis 18:00 14t. 05.11.2020 bis
11.02.2021
    findet statt  
Einzeltermine anzeigen Do. 14:00 bis 18:00 Einzel-V. 07.01.2021 bis
07.01.2021
    findet statt  
Gruppe 0-Gruppe:



Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Eibisch, Jonathan verantwortlich
Zuordnung zu Einrichtungen
Institut für Politikwissenschaft
Inhalt
Kommentar

Phasenweise scheinen anarchistische Praktiken, Organisationsformen und Debatten in emanzipatorischen sozialen Bewegungen immer wieder einen Auftrieb zu haben. Mit der Entstehung anarcho-syndikalistischer Gewerkschaften ab den 1890ern, in der 1968er-Bewegung, nach dem Ende der Systemkonfrontation 1990 und im Zuge des Wirkens der globalisierungskritischen Bewegung 1999-2007 wurde jeweils von einem Revival des Anarchismus gesprochen. Die heutige „linke Szene” ist global zweifellos stark von anarchistischen Denkweisen und Praktiken geprägt und durchzogen. Dazu steht die Schwäche der explizit anarchistischen Gruppen und Organisationen in einem merkwürdigen Missverhältnis.

Um dies verstehen zu können und einen eigenwilligen Strang der politischen Ideengeschichte zu beleuchten, lohnt es sich mit den verschiedenen klassischen und aktuellen Denker*innen des Anarchismus auseinanderzusetzen. Denn all zu oft wird über den Anarchismus gesprochen, ohne seine Grundlagen wirklich zu kennen. Hierbei ist die Unterteilung in anarchistischen Individualismus, Mutualismus/Kollektivismus, Syndikalismus, Kommunismus und Kommunitarismus sinnvoll. So unterschiedlich diese Strömungen teilweise sind, vermischen sie sich jedoch immer wieder. Ihre Gemeinsamkeit besteht darin, dass sie nach Wegen suchen, um von Herrschaftsverhältnissen weg, hin zu Autonomie, Selbstbestimmung und Selbstorganisation zu streben.

Im Seminar werden zunächst Einführungswerke vorgestellt. Anhand der fünf „Tendenzen” wird von klassischen Kerntexte von Max Stirner und Michael Bakunin, über Peter Kropotkin und Èmile Pouget bis hin zu Gustav Landauer behandelt. Von diesen aus wird jeweils eine Brücke zu neueren anarchistischen Theorien geschlagen. Abschließend werden Möglichkeiten der Synthese dieser Tendenzen aufgezeigt.

Das Seminar findet in zweiwöchentlichem Rhythmus als Doppelsitzung, donnerstags 14-18 Uhr statt. Die Termine sind 05.11. (Einstieg, 14-16 Uhr), 19.11. (Pluralität im Anarchismus), 03.12. (Individualismus), 17.12. (Mutualismus/Kollektivismus), 07.01. (Kommunismus), 14.01. (Syndikalismus), 28.01. (Kommunitarismus), 11.02. (Synthese und Abschluss).

Die Auswahl ausschließlich männlicher Autoren stellt ein Problem dar, welches an dieser Stelle nicht aufgelöst werden kann, aber zumindest benannt werden soll. Umso mehr wird eine partizipative Seminaratmosphäre mit gelegentlicher Kleingruppenarbeit angestrebt.

Das Seminar wird online stattfinden. Bitte kümmern Sie sich um die entsprechenden technischen Voraussetzungen, weil der Dozent dies nicht leisten kann.

Prüfungsvoraussetzung ist die Übernahme eines Exzerptes oder Referates. Exzerpte sollten vor der jeweiligen Sitzung zur Vorbereitung auf der Online-Plattform moodle hochgeladen werden. Referate sollen 20 Minuten nicht überschreiten und gerne Fragen zur Diskussion in der Seminargruppe beinhalten. Die Lektüre zumindest der Hälfte der Texte wird als selbstverständlich erachtet.

Literatur

- Rammstedt, Otthein, Vorwort, in: Ders. (Hrsg.), Anarchismus. Grundtexte zur Theorie und Praxis der Gewalt, Köln 1969, S. 7-28.

- Marshall, Peter, Demanding the Impossible. A History of Anarchism, London/New York 2018, S. 3-11.

- Loick, Daniel, Anarchismus zur Einführung, Hamburg 2017, 9-47.


- Stirner, Max, Der Einzige und sein Eigentum, Stuttgart 2007 [1843], S. 3-5, 36-52, 84-87, 120f., 134f., 156-158, 174-177, 184-187, 192-201, 214-237, 256-261, 354-363.

- Thoreau, David Henri, Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat, in: Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat und andere Essays, Zürich 2010 [1849], S. 7-35.

- Newman, Saul, The Politics of Postanarchism, Edinburgh 2010, S. 1-15.

- Pierre-Joseph Proudhon (1863), Das Prinzip der Föderation, in: von Borries, Achim/ Weber-Brandies, Ingeborg (Hrsg.), Anarchismus. Theorie – Kritik – Utopie, Heidelberg 2013, S. 53-57.

- Michael Alberts, Die machbare Utopie : Strategien für eine Gesellschaft der Zukunft, Münster 2018, S. 67-109.

- Kropotkin, Peter, Die Eroberung des Brotes und andere Schriften, München 1973, S. 69-106.

- Graeber, David, Direkte Aktion. Ein Handbuch, Hamburg 2013.


- Pouget, Émile, Die Grundlagen des Syndikalismus [1904], in: Die Revolution ist Alltagssache. Schriften zur Theorie und Praxis des revolutionären Syndikalismus, Lich 2014, S. 52-78.

- van der Walt, Lucien / Schmidt, Michael, Schwarze Flamme : revolutionäre Klassenpolitik im Anarchismus und Syndikalismus, Hamburg 2013.


- Landauer, Gustav, Aufruf zum Sozialismus, Bd. 11 der Werkausgabe, Lich 2015.

- Clark, John The Thrid concept of liberty: Theorizing the free community, in: The Impossible Community. Realizing Communitarian Anarchism, New York/London 2013, S. 149-167.

Bemerkung

Bitte nehmen Sie unbedingt an der Einführungs-Sitzung teil, um zu entscheiden, ob Ihnen das Seminar zusagt. Außerdem erhalten Sie dort wichtige Informationen über den Inhalt und den Verlauf des Seminares. Wenn sie das Seminar nicht belegen wollen, sollte ein Wechsel zu einem anderen Seminar in der Regel möglich sein. Dies ist wichtig und eine Frage der Fairness, um ihren Kommiliton*innen die Chance zu ermöglichen, das Seminar ihres Interesses zu belegen.

Falls Sie an der Einführungssitzung nicht teilnehmen können, aber das Seminar belegen wollen, kontaktieren Sie mich per Email. Vielen Dank.

Leistungsnachweis

Prüfungsvoraussetzung bzw. Leistungsnachweis für die Belegung ist die Übernahme eines fokussierten Referates von 20 Minuten oder eines Exzerptes (= "Textzusammenfassung" mit einigen Zitaten, eventuell eigenen Thesen, ca. 3-5 Seiten).

Die Vergabe der Themen findet in der Woche nach der Einführungssitzung in einem Online-Pad statt.

Die Prüfungsleistung soll in Form einer kleinen Hausarbeit erfolgen. Inwiefern mündliche Prüfungen möglich sind ist aufgrund des Online-Formates aktuell unklar.

Strukturbaum
Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester WS 2020 , Aktuelles Semester: SoSe 2021

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