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ONLINE: Krisendiagnosen der Demokratie - Einzelansicht

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Grunddaten
Veranstaltungsart Hauptseminar Langtext
Veranstaltungsnummer 180025 Kurztext
Semester WS 2020 SWS 2
Teilnehmer 1. Platzvergabe 25 Max. Teilnehmer 2. Platzvergabe 25
Rhythmus keine Übernahme Studienjahr
Credits für IB und SPZ
E-Learning-Plattform Moodle  
Hyperlink
Sprache Deutsch
Belegungsfrist Zur Zeit keine Belegung möglich
Abmeldefristen A1 - Belegung ohne Abmeldung    31.08.2020 09:00:00 - 21.10.2020 07:59:59   
Nach Zulassung ist eine Abmeldung nur durch den Dozenten möglich.
A2 - Belegung mit Abmeldung 2 Wochen    21.10.2020 08:00:00 - 16.11.2020 23:59:59   
Nach Zulassung ist eine Abmeldung auch durch den Teilnehmer möglich.
A3 - Belegung ohne Abmeldung    17.11.2020 00:00:01 - 22.02.2021 07:59:59   
Nach Zulassung ist eine Abmeldung nur durch den Dozenten möglich.
Termine Gruppe: 1-Gruppe iCalendar Export für Outlook
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Lehrperson (Zuständigkeit) Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer 2. Platzvergabe
Einzeltermine anzeigen Do. 10:00 bis 12:00 w. 05.11.2020 bis
11.02.2021
    findet statt  
Gruppe 1-Gruppe:



Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Hebenstreit, Jörg , Dr. phil. verantwortlich
Zuordnung zu Einrichtungen
Institut für Politikwissenschaft
Inhalt
Kommentar

Schenkt man journalistischen Berichten, in Feuilletons abgedruckten Kommentarspalten, der öffentlichen Debatte sowie zahlreichen wissenschaftlichen Studien Glauben, kann das einhellige Urteil nur lauten: Die Demokratie ist in der Krise. Und wenngleich einige dieser Zeitdiagnosen auf den Umstand verweisen, dass Krisendiagnosen in gewisser Weise so alt wie die Herrschaftsform selbst seien, zeigen Häufigkeitsanalysen, dass es zuletzt zu einer „inflationären Verwendung” (Merkel 2015) von Krisenbegriffen und -diagnosen gekommen ist. Die Symptome der diagnostizierten Krisen, deren Ursachen und Intensität, ihre regionale Ausbreitung sowie mögliche Reformoptionen sind dabei so mannigfaltig und heterogen, wie das eben angesprochene quantitative Vorkommen der Narrative selbst. Dieser Umstand soll zum Anlass genommen werden, sich im Rahmen des Seminares ausführlich mit den unterschiedlichen Krisendiagnosen der Demokratie zu beschäftigen. Im Sinne eines systematischen Zugangs zerfällt die inhaltliche Gliederung des Kurses in drei wesentliche Teile: Theorie, Methodik und Empirie. In den Theoriesitzungen sollen zunächst begrifflich-konzeptionelle Präzisierungen vorgenommen werden, denn die Diagnose einer „Krise der Demokratie” hängt selbstredend maßgeblich auch davon ab, wie einerseits „Demokratie”, andererseits aber auch das Konzept der „Krise” gefasst werden. Dies ist auch gerade deshalb von Relevanz, weil die Verwendung des Krisenbegriffes zwar inflationär, dessen definitorische Ausbuchstabierung sich jedoch bislang als wenig ausgereift erweist. Unter Rückgriff auf die klassische Systemtheorie soll ebenfalls erörtert werden, welche Elemente des Systems von den benannten Krisen betroffen sind und ob diese von der endogenen oder exogenen Umwelt induziert werden. Im eng mit dem Theorieteil verzahnten Methodenteil soll es anschließend unter anderem darum gehen, methodische Ansätze und Analysestrategien, mögliche Datenquellen sowie Referenzmodelle der Krisenforschung ausführlicher zu diskutieren. Im Empirieteil, der gleichzeitig den Hauptteil des Kurses darstellt, sollen schließlich unterschiedliche Krisendiagnosen ausführlich thematisiert und untersucht werden. Hierfür sollen die Studierenden auf Grundlage eigenständiger empirischer Analysen die Existenz von Krisen anhand unterschiedlicher methodischer Zugänge und Datenquellen (z.B. Surveydaten, Expertenbefragungen, Demokratieindizes), aber auch geographischer Kontexte sowie zeitlicher Perspektiven (Längsschnitt- vs. Querschnitt) überprüfen. Die Analysen müssen sich folglich nicht auf den Untersuchungsfall der Bundesrepublik Deutschland beschränken, sondern können auch eine vergleichende Perspektive einnehmen. Neben einem feststehenden Block von Krisendiagnosen (geringe Responsivität, sozio-ökonomische Ungleichheit, Autoritätsgewinn nicht-majoritärer Akteure) werden weitere Themen gemeinsam in der ersten Seminarsitzung diskutiert und anschließend festgelegt. Im Sinne eines breiten Themenzuganges ist darüber hinaus ebenso denkbar, der diametralen Frage nachzugehen, ob in demokratischen Systemen möglicherweise auch (punktuelle) Verbesserungen zu beobachten sind, die im Schatten des generellen Krisendiskurses weitgehend unberücksichtigt bleiben. Auf Grundlage der skizzierten thematischen Inhalte, sollen die unterschiedlichen Krisendiagnosen auf Gültig- und Stichhaltigkeit untersucht sowie die Verwendung des Krisenkonzeptes kritisch reflektiert und in die größere Debatte eingeordnet werden. Von den Teilnehmern wird die Bereitschaft erwartet, sich einerseits mit längeren Texten intensiv auseinanderzusetzen sowie andererseits eigenständige Auswertungen empirischer Daten (qualitativ und/oder quantitativ) durchzuführen.

Literatur
  • Achen, Christopher H./ Bartels, Larry M. (2016): Democracy for Realists. Why Elections do not Produce Responsive Government, Princeton: PUP.
  • Mair, Peter (2013): Ruling the Void. The Hollowing of Western Democracy, London: Verso Books.
  • Merkel, Wolfang (Hrsg.) (2015): Demokratie und Krise. Zum schwierigen Verhältnis von Theorie und Empirie, Wiesbaden: Springer VS.
  • Merkel, Wolfgang (2016): Krise der Demokratie? Anmerkungen zu einem schwierigen Begriff, in: APuZ 40/42, 4-11.
  • Papadopoulos, Yannis (2013): Democracy in Crisis? Politics, Governance and Policy, London: palgrave macmillan.
  • Przeworski, Adam (2019): Crises of Democracy, Cambridge: Cambrdige University Press.
  • Runciman, David (2019): How Democracy Ends, London: Profile Books.
Bemerkung

Hinweis: Wer die erste Sitzung der Lehrveranstaltung versäumt, ohne sich vorher schriftlich oder persönlich zu entschuldigen, kann den Anspruch auf einen Platz in der LV verlieren, wenn es mehr Interessenten als Plätze gibt. Dies gilt ungeachtet der Platzzuweisung durch Friedolin und ist im Einklang mit der grundsätzlichen Aufhebung der Anwesenheitspflicht.

Leistungsnachweis

1. Abgabetermin HA: 26.03.2021

2. Abgabetermin HA: 28.05.2021

Strukturbaum
Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester WS 2020 , Aktuelles Semester: SoSe 2021

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