Zur Seitennavigation oder mit Tastenkombination für den accesskey-Taste und Taste 1 
Zum Seiteninhalt oder mit Tastenkombination für den accesskey und Taste 2 

Zuhause. Einführung in die volkskundliche Wohnraumforshung - Einzelansicht

  • Funktionen:
Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar Langtext
Veranstaltungsnummer 126248 Kurztext
Semester WS 2016 SWS
Teilnehmer 1. Platzvergabe 20 Max. Teilnehmer 2. Platzvergabe 24
Rhythmus keine Übernahme Studienjahr
Credits für IB und SPZ
E-Learning-Plattform
Hyperlink
Sprache Deutsch
Belegungsfrist Zur Zeit keine Belegung möglich
Abmeldefristen
Nach Zulassung ist eine Abmeldung nur durch den Dozenten möglich.

Nach Zulassung ist eine Abmeldung auch durch den Teilnehmer möglich.

Nach Zulassung ist eine Abmeldung nur durch den Dozenten möglich.
Termine Gruppe: 1-Gruppe iCalendar Export für Outlook
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Lehrperson (Zuständigkeit) Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer 2. Platzvergabe
Einzeltermine anzeigen Mi. 14:00 bis 16:00 w. 19.10.2016 bis
03.02.2017
Fürstengraben 1 - SR 141 Vogel, Wolfgang M.A. ( verantwortlich ) findet statt  
Gruppe 1-Gruppe:



Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Vogel, Wolfgang , M.A. verantwortlich
Zuordnung zu Einrichtungen
Seminar für Volkskunde und Kulturgeschichte
Inhalt
Kommentar

Bachelor

BA_VK 2, BA_VK 3 B

Master

MVK 1 B, MVK 4, MWVK

Der Mensch ist von Natur aus ein „unbehaustes“ Wesen, das sich sein Zuhause in der Welt selbst schaffen muss – als Zelt, WG-Zimmer, Villa, Bauernhof oder Wohncontai­ner. Das Seminar soll diese kulturelle Herausforderung der Behei­matung aufgreifen und Grundlagen volkskundlicher Wohnforschung vermitteln. Gerade in einer von Globali­sierungsprozessen geprägten Welt (Mobilität, Flexi­bi­lität, neuer Nomadismus) stellt sich die Frage des Wohnens in vielfacher Hin­sicht neu. „Making Heimat – Germany, Arrival Country“. So lautet etwa der deut­sche Beitrag zur diesjährigen Architekturbi­en­nale in Venedig. Dabei geht es um die bri­sante Frage, wie den Heimatlosen unserer Zeit, den Hunderttausenden von Flücht­lingen, nicht nur ein funktionelles Dach über dem Kopf, sondern auch Räume ge­geben werden können, die in der Unwirtlichkeit unfrei­williger Fremde tatsächlich ein Zuhause sein können.

Das geflügelte Wort „My home is my castle“ stammt aus der Feder des britischen Poli­tikers und Juristen Sir Edward Coke. Er versuchte im 16. Jahrhundert durch­zu­setzen, dass jeder sein Haus ähnlich einer Burg gegen Räuber und Diebe ver­teidi­gen dürfe. Be­merkenswert scheint nun, dass sich das Sprichwort bis heute gehalten hat und die Ex­klusivität des eigenen Wohnraumes in zweierlei Hin­sicht heraus­stellt: Einerseits ist das Wohnen privat, intim und unter Ausschluss der Öffentlich­keit, indem es durch Gardinen, Fernsprechanlagen, Zäune und Schließmechanis­men abgeschirmt wird. Andererseits – im Inneren – streben Men­schen durch per­sönlichen Gestaltungswillen nach Distinktion und Ausdruck ihres Selbst.

In dem Seminar geht es um traditionelle bäuerliche Wohnformen und volkskund­liche Klassiker wie Edith Féls und Thomàs Hofers „Bäuerliche Denkweise in Wirt­schaft und Haushalt“ (1972). Thematisiert werden weiterhin bürgerliche Wohnfor­men und vor al­lem neue Tendenzen der Individualisierung sowie der Pluralisierung von Lebenslagen. Auch heute schützt das Haus als dritte Haut vor den Zumutungen einer komplexen und ausdifferenzierten Welt. Gleichsam als Höhle und Rückzugs­ort (Stichwort Cocooning) sowie als dezidierter individueller Ausdruck der Be­sitzerpersönlichkeit trotzen Retro-Möbel, Selbstgebautes, antike Stücke oder IKEA-Hacks dem unüberblickbaren Einerlei. Ist das Zuhause also die kleine ver­lässliche Heimat, die sich die Menschen in transisto­rischen Lebens­verhältnissen schaffen?

Literatur

Mihaly Csikszentmihalyi/Eugen Rochberg-Halton: Der Sinn der Dinge. Das Selbst und die Symbole des Wohnbereichs, München/Weinheim 1989. Elisabeth Katsch­nig-Fasch: Möblierter Sinn. Städtische Wohnwelten und Lebensstile, Wien/Wei­mar/Köln 1998. Herlinde Koelbl/Manfred Sack: Das deutsche Wohn­zimmer, Mün­chen 2000.

Bemerkung

Voraussetzung für den Erwerb von Leistungspunkten

Die Modulprüfung besteht in der Abfassung einer Hausarbeit. Abgabetermin: 3. April 2017 (1.Versuch). Erwartet wid die regelmäßige, aktive Teilnahme.   

Bemerkungen

Für Masterstudierende ist ein Referat im Seminar verpflichtend. Referate für das Modul „Fachspezifische Schlüsselqualifikationen FSQ” im Bachelorstudiengang sind möglich.

Strukturbaum
Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester WS 2016 , Aktuelles Semester: WiSe 2019/20

Impressum